Karmelitenkirche

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Karmelitenkirche, Front an der Landstraße
Karmelitenkirche, Front an der Landstraße
Karmelitenkirche
Karmelitenkirche

Die römisch-katholische Karmelitenkirche in Linz liegt an der Landstraße nahe der Ursulinenkirche.

Geschichte

Der Karmelitenkonvent in Linz besteht seit 1671. In diesem Jahr begaben sich zwei Wiener Karmeliten nach Linz, um einen geeigneten Platz für ein Kloster und eine Kirche zu suchen. Sie wohnten zuerst im Haus des Lebzelters Matthias Panlechner in der Herrenstraße und übersiedelten am 19. September 1672 in das Schiferhaus an der Linzer Landstraße.[1] Nach Ankauf des Pollerhauses[1] wurde die erste Kirche (Kapelle) 1675 an der heutigen Mozartkreuzung errichtet.[2]

Am 1. Juli 1690 nahm Landeshauptmann Franz Joseph von Lamberg Grundsteinlegung für die Kirche, die 1710 vollendet wurde.[3] Das Vorbild für dieses Kirchengebäude war die Wiener Josefskirche. Eine zweite Bauphase erfolgte 1720–1726.[3]

1785 kam es durch Aufteilung des Pfarrgebiets der Linzer Stadtpfarrkirche zur Gründung der Josefspfarre, die bis 1854 bestand.

1871 war die Kirche Zentrum der Beichtstuhl-Affäre, bei der es um sexuellen Missbrauch und Pressefreiheit ging.

1944 wurde Pfarrer Paulus Wörndl wegen Hochverrats und Wehrkraftzersetzung zum Tod verurteilt und in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg a. d. Havel hingerichtet, wo 1943 bereits der Oberösterreicher Franz Jägerstätter enthauptet worden war.

Architektur

Die stark gegliederte Westfassade entwarf Johann Raas[4] in Anlehnung an seine Fassade der Karmelitinnenkirche in Prag und wurde von den Architekten Martin Witwer und Johann Michael Prunner in Details modernisiert.[4]

Ausstattung

Stuckaturen von Diego Francesco Carlone und Paolo d'Allio schmücken diesen Barockbau. Am Hauptportal befinden sich seitlich Figuren der hl. Theresia und des hl. Johannes, es ist mit einer Kolossalfigur des hl. Josef in der Giebelnische (aus dem Jahr 1722) bekrönt.

Das Hochaltarbild der Hl. Familie stammt von Martino Altomonte (1724), die Stuckplastiken an den Seitenaltären von Diego Carlone. Die Kanzel aus dem Jahr 1714 ist reich verziert, die Beichtstühle (1711) sind kunstvoll geschnitzt. Auf dem Altartisch ist der Glassarg des hl. Felix (1733), unter der Musikempore befinden sich Kapellen mit Schmiedeeisengittern.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Möstl 1974, S. 132.
  2. Möstl 1974, S. 133.
  3. 3,0 3,1 Möstl 1974, S. 134.
  4. 4,0 4,1 Möstl 1974, S. 167.
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