Tribüne Linz
| Theater Tribüne Linz | |
Theater Tribüne | |
| Nutzung | Theater (Kleinbühne) |
| Bezirk | Innere Stadt |
| Anschrift | Eisenhandstraße 43 |
| PLZ | 4020 |
| Ort | Linz |
| Webseite | tribuene-linz.at |
Die Tribüne Linz – Theater am Südbahnhofmarkt – ist ein Theater (Kleinbühne) in Linz. Es befindet sich im Bezirk Innere Stadt an der Kreuzung Eisenhandstraße und Weißenwolffstraße. Der Saal verfügt über rund 100 Sitzplätze[1]. Das Theater wird privat betrieben.
Aktuell (Stand: April 2026) steht die Tribüne Linz vor dem Aus, da das Theater laut einem Gerichtsbrief des Vermieters nur noch bis Ende Juni im Quartier in der Eisenhandstraße bleiben darf. Die Betreiber gehen dagegen rechtlich vor.
Programm
Die Tribüne Linz bietet ein vielfältiges Programm mit Eigenproduktionen und Gastspielen. Zu den Eigenproduktionen zählen Stücke wie "Brief einer Unbekannten", "Einsam. Zweisam. Dreisam.", "Alle Zeit, gestundet", "Raul - 30 Jahre Geheimtipp" und "Out! - Gefangen im Netz". Gastspiele umfassen Stücke wie "König Lear", "Auf der Suche nach der inneren Diva", "Stahlstadt Poetry Slam" und "Frühlings Erwachen". Das Theater bietet auch spezielle Veranstaltungen wie das "Guitar Festival" und den "Stahlstadt Powerpoint Karaoke".
Öffnungszeiten
Das Kartentelefon ist von Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr besetzt, an Spieltagen bis Veranstaltungsbeginn. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ist das Kartentelefon nur an Spieltagen von 10:00 bis Veranstaltungsbeginn besetzt. Das Kartenbüro ist von Mittwoch bis Freitag von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet[2].
Erreichbarkeit
Das Theater ist über die Mozartstraße oder die Gruberstraße erreichbar. Geparkt werden kann auf Freiparkplätzen in der näheren Umgebung oder beispielsweise in der Tiefgarage Südbahnhofmarkt.
Öffentlicher Verkehr
Die Haltestelle
Gruberstraße (
12, 25, 45, 46, 70, 71, 72, 73) befindet sich nur wenige Meter entfernt.
Geschichte
Vornutzung: Landestheater, Kino
Das Theater Eisenhand war einer der früheren vier Spielorte des Landestheaters. Im Herbst 2007 wurde das Theater nach einem Entwurf von Studenten der Kunstuniversität temporär umgebaut und mit einem spiralförmigen Zuschauerraum versehen ("helix drama room"). Die Bauten wurden im Sommer 2008 wieder entfernt[3].
Nach der Spielzeit 2012/13 wurde das Eisenhand vom Landestheater aufgelassen und an einen privaten Verein übergeben[4].
Theater Tribüne
Die Tribüne Linz wurde am 2. Oktober 2013 von Cornelia Metschitzer, Rudi Müllehner und Bernhard Mayer gegründet und konnte sich innerhalb kürzester Zeit in der (ober)österreichischen Theaterlandschaft etablieren. Vor der Gründung der Tribüne Linz war das Team fast neun Jahre lang mit ihrer freien Theatergruppe bühne04 – Theater für Toleranz unterwegs. Zwischen 2004 und 2013 konnten sie an verschiedenen Orten 28 Theaterproduktionen mit fast 500 Vorstellungen und rund 38.000 Zuschauer*innen realisieren. Im Sommer 2013 zogen sie in die völlig leeren Räumlichkeiten in der Linzer Eisenhandstraße ein, wo zuvor das Eisenhandkino und das Eisenhandtheater, die Studiobühne des Linzer Landestheaters, logierten. Sie bauten aus eigener Kraft und mit Hilfe von Investförderungen aller drei Gebietskörperschaften im Sommer 2013 ihr eigenes Theater hinein. Die Tribüne Linz konnte pünktlich am 2. Oktober 2013 mit dem zeitgenössischen Stück EINIGE NACHRICHTEN AN DAS ALL von Wolfram Lotz eröffnet werden.
Im Jahr 2021 wurde die unbequeme knallrote „Fußballstadion-Tribüne“ mit Hilfe der öffentlichen Hand gegen eine bequeme Theatertribüne getauscht. Auch fand damals, mitten in der Corona-Zeit, die Modernisierung und Digitalisierung der technischen Einrichtung statt. Die alten Stromfresser wurden gegen sparsame LED-Beleuchtung getauscht. Die Gesamtstatistik sagt, dass fast ein Drittel aller Vorstellungstermine in der Tribüne Linz von Gastspielpartner*innen gespielt wurde, darunter auch viele Theaterpremieren mit Spielserien, aber auch unzählige Einzelvorstellungen aus allen Sparten der Livekultur (Musik, Tanz, Literatur, Performance, Kleinkunst, Crossovers).
Von Oktober 2013 bis Dezember 2025 konnten in der Tribüne Linz bei fast 1800 Vorstellungen rund 150.000 Theatergäste empfangen und einen Zuschauer*innenschnitt von über 83 pro Vorstellung erreichen. Es wurden in diesem Zeitraum 57 eigene Theaterpremieren produziert, zumeist Klassiker, aber auch viele Jugendstücke. Mit diesem Mix kamen sie in diesen zwölf Jahren auf eine für ein freies Theater außergewöhnlich hohe Schüler*innenzahl von über 66.000.
Die Tribüne Linz hat sich zu einer Multibühne entwickelt, die nicht nur eigene Produktionen, sondern auch Gastspiele aus verschiedenen Live-Künsten wie Musik, Konzerte und Spontanformate auf die Bühne holt. Das Theater ist auch in der Festivalkultur der Region aktiv und hat neue Kooperationen eingegangen. Die Tribüne Linz wird von der Stadt Linz, dem Land Oberösterreich und dem Bund gefördert. Die Jahresförderungen entwickelten sich von 2014 bis 2025 wie folgt:
- Stadt Linz: Von 50.000 Euro (2014) auf 115.000 Euro (2025)
- Land OÖ: Von 29.000 Euro (2014) auf 130.650 Euro (2025)
- Bund: Von 47.000 Euro (2014) auf 70.000 Euro (2025)
Zusätzlich bekamen sie über die Jahre insgesamt 295.000 Euro an Investitions- und Sonderförderungen von Bund, Land und Stadt. Das Jahresbudget der Tribüne Linz verdoppelte sich von 226.050 Euro (2014) auf 494.260 Euro (2024). Darin enthalten sind alle Einnahmen: öffentliche Förderungen, Kooperationsbeiträge, Kartenverkäufe, Einnahmenbeteiligungen (Gastspiele)[5].
Kündigung und Gerichtsverfahren
Am 11. Dezember 2025 erhielt die Tribüne Linz eine gerichtliche Kündigung des Vermieters, wonach das Theater nur noch bis Ende Juni 2026 im Quartier in der Eisenhandstraße bleiben darf. Die Betreiber haben gegen diese kurzfristige Kündigung fristgerecht beim Linzer Bezirksgericht Einwendung erhoben. Es wird nun ein umfangreiches Gerichtsverfahren stattfinden, in dem die Tribüne Linz für ihre Rechte kämpfen wird. Die Entscheidung liegt nun beim Gericht. Die erste Verhandlung soll am 2. Februar 2026 stattfinden. Die Tribüne Linz plant, das Theaterprogramm bis Ende Juni wie geplant durchzuführen.
Der Vermieter erklärte, dass aktuell kein Verkauf geplant sei, die Zukunft des Hauses jedoch in der Schwebe sei. Die Tribüne Linz habe einen Pachtvertrag bis Mitte 2029 abgelehnt und einen Zehn-Jahres-Vertrag gewollt. Die Mietverträge für das Gasthaus, das Cafe im Haus sowie für die Wohnungen wurden nicht gekündigt.
Die Tribüne Linz wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärt, dass sie ohnehin (zwei getrennte) unbefristete Verträge für den Theaterraum und den Kassenbereich habe. Sie seien aber nicht bereit gewesen, diese Verträge, wie von den Vermietern gewünscht, einvernehmlich zu lösen. Die Tribüne Linz ist der Auffassung, dass ihre Verträge dem Mietrechtsgesetz unterliegen und sie somit einen Kündigungsschutz haben. Warum nur ihr Vertrag - im Gegensatz zu den übrigen Mietern - gekündigt worden sei, erklären Metschitzer und Müllehner damit, dass nur sie unbefristete Verträge hätten und diese nicht einvernehmlich lösen wollten. Der (ebenfalls unbefristete) Vertrag für den Kassenbereich sei nicht gekündigt worden: "Dieser unterliegt dem Mietrechtsgesetz. Wir sind der Auffassung, dass auch der Vertrag für die Theaterräume dem Mietrechtsgesetz unterliegt; nun wird das Gericht die Sache prüfen."[6].
Kontakt
Tribüne Linz Eisenhandstraße 43 4020 Linz ☎ Telefon: +43 699 11 399 844 📧 E-Mail: kontakt@tribuene-linz.at
Einzelnachweise
- ↑ Offline: Landestheater: Sitzpläne und Preise (Suche auf archive.org )
- ↑ Tribüne Linz - Theater am Südbahnhofmarkt
- ↑ Umbau des Linzer Eisenhand Theaters
- ↑ Offline: linzmobil.at: Forenthread (Suche auf archive.org ) sowie mündliche Information nach der Dernière von Alle Sieben Wellen
- ↑ Tribüne Linz: Aktuelles
- ↑ Steht die Tribüne Linz vor dem Aus?,
Oberösterreichische Nachrichten, 7. Jänner 2026
Weblinks
- tribuene-linz.at (Offizielle Webseite)