Klimatunnel
| Klimatunnel | |
| Nutzung | Fernkälteversorgung, Infrastruktur (Glasfaserkabel, Stromleitungen) |
| Errichtung | 2026 (Baubeginn) – 2028 (Inbetriebnahme) |
| Bezirk | Innere Stadt |
| PLZ | 4020 |
| Ort | Linz |
| Webseite | Linz AG Fernkälte-Offensive |
Der Klimatunnel ist ein rund drei Kilometer langer Versorgungstunnel in Linz, der als zentrale Versorgungsachse für das Fernkältenetz der Linz AG dient[1]. Das unter der Prinz-Eugen-Straße und Goethestraße verlaufende Projekt ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und soll die Innenstadt von Linz klimafit für die Zukunft machen[2].
Beschreibung
Der Klimatunnel führt vom Energiepark Linz-Mitte im Industriegebiet entlang der Prinz-Eugen-Straße und der Goethestraße bis zur Rainerstraße beim Volksgarten[1][3]. In einer Tiefe von bis zu 30 Metern werden künftig Fernkälteleitungen sowie weitere Energie- und Datenleitungen gebündelt[2][1]. Der Tunnel ist begehbar und mit Beleuchtung, Kommunikationsmöglichkeiten sowie einem abgestimmten Brandschutz- und Sicherheitskonzept ausgestattet[1].
Technische Daten
- Länge: ca. 3 Kilometer[1][3]
- Durchmesser: 3 Meter (Innendurchmesser), 3,6 Meter (Außendurchmesser)[1]
- Tiefe: bis zu 30 Meter[1][2]
- Bauweise: Microtunneling-Verfahren mit spezieller Tunnelbohrmaschine (110 Tonnen schwer)[1]
- Anzahl Schächte: 6 (davon 3 große mit Treppentürmen und Absperrarmaturen)[3]
- Rohrelemente: ca. 1.000 Stahlbeton-Vortriebsrohre, jedes 2,8 Meter lang und 22 Tonnen schwer[1]
Infrastruktur im Tunnel
Im Klimatunnel werden folgende Leitungen verlegt[1]:
- Fernkälte: 4 Rohre (DN 600) für zwei Systeme mit Vor- und Rücklauf[1]
- Strom: 2 Systeme mit 110-kV-Hochspannung und 4 Rohre für 10-kV-Mittelspannung[1]
- Telekommunikation: 2 Rohre für Glasfaserkabel[1]
Fernkältezentrale und Speicher
Fernkältezentrale
Die neue Fernkältezentrale im Energiepark Linz-Mitte bildet das Herzstück des Projekts:
- Leistung: bis zu 28 Megawatt (erweiterbar auf 40 MW)[1][3]
- Baubeginn: Mai 2026[3]
- Inbetriebnahme: 2028[1][3][2]
Ein besonderes Merkmal ist die Sektorkopplung: Die bei der Kälteerzeugung entstehende Abwärme wird wieder für das Fernwärmenetz genutzt[1]. Dadurch wird Energie mehrfach verwendet und der CO₂-Ausstoß deutlich reduziert.
Fernkältespeicher
Zusätzlich zur Fernkältezentrale entsteht ein Fernkältespeicher mit folgenden Daten:
- Volumen: 13 Millionen Liter (13.000 m³), entspricht ca. 85.000 Badewannen[1]
- Abmessungen: 40 Meter Höhe, 22 Meter Durchmesser[1]
- Funktion: Spitzenabdeckung in Zeiten hoher Nachfrage, Steigerung der Gesamteffizienz[1]
Der Speicher ist aktuell (Stand 2026) der größte Kältespeicher Europas in dieser Bauform[1].
Zeitplan und Kosten
- Vorarbeiten: 2025–2026 (Baufeldfreimachung, Vorbereitungen entlang der Trasse)[2]
- Tunnelvortrieb: ab August 2026[1]
- Fertigstellung Microtunneling: Sommer 2027[1]
- Inbetriebnahme: Mitte 2028[1][3][2]
- Investitionsvolumen: rund 100 Millionen Euro[1][3][2]
- Förderung: Unterstützung durch die Europäische Investitionsbank[3]
Vorteile der Fernkälte
Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen bietet das Fernkältenetz mehrere Vorteile[2]:
- Geringerer Stromverbrauch durch zentrale, effiziente Kälteerzeugung[2]
- Reduzierter CO₂-Ausstoß durch Sektorkopplung und Abwärmenutzung[1]
- Keine Abwärme vor Ort – die Fernkühlung trägt nicht zur weiteren Erhitzung der Innenstadt bei[2]
- Platzsparend und wartungsarm[1]
- Leise im Betrieb[1]
Kunden und Nutzung
Zu den ersten Kunden zählen[1]:
Obwohl der Bau gerade erst begonnen hat, gibt es bereits für 70 Prozent der Leistung Interessenten. Die Verhandlungen laufen[2].
Langfristig soll die Fernkälteversorgung auch für Wohnanlagen (Neubau) angeboten werden, um den wachsenden Kühlbedarf in der Stadt zu decken.
Projektzusammenhang
Der Klimatunnel ist Teil der Fernkälte-Offensive der Linz AG und steht für den Wandel von einem klassischen Kraftwerksstandort hin zu einem innovativen Zentrum moderner Energieerzeugung. Generaldirektor Erich Haider betont: „Der Energiepark Linz-Mitte steht sinnbildlich für den gelungenen Wandel hin zu zukunftsorientierten Projekten der Linz-AG-Energiewende.“[2]
Auch der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) und Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) betonen die Bedeutung des Projekts für eine klimafitte Stadtentwicklung[2].
Quellen
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 1,21 1,22 1,23 1,24 1,25 1,26 1,27 TGA: Nachhaltige Kühlung – Linz baut Fernkältenetz mit „Klimatunnel“
- ↑ 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 ORF OÖ: 100-Millionen-Euro für Fernkälteversorgung,
ORF Oberösterreich, 7. Juli 2026
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Linz AG: Fernkälte-Offensive –bau des Klimatunnels und Ausbau des Fernkältenetzes