Kapuzinerkloster Linz

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Die heutige Pfarrkirche St. Matthias, auch Kapuzinerkirche genannt
Die heutige Pfarrkirche St. Matthias, auch Kapuzinerkirche genannt
Kapuzinerkloster vom Bauernberg aus gesehen
Kapuzinerkloster vom Bauernberg aus gesehen

Das Kapuzinerkloster Linz war ein Kloster des Kapuzinerordens im Westen von Linz, an der heutigen Kapuzinerstraße. Als Kloster bestand es zwischen 1606 und 1991. Das Klostergebäude besteht bis heute: Die ehemalige Klosterkirche war bis Mitte 2016 als Kirche St. Matthias (Kapuzinerkirche) eine der Linzer Pfarrkirchen. Nur wenige Kilometer entfernt befand sich früher das Kapuzinerkloster Urfahr.

Das ehemalige Klostergebäude soll zukünftig als Bürogebäude genutzt werden. Eine entsprechende Umgestaltung wurde im Februar 2021 vom Linzer Gestaltungsbeirat nach mehrmaligen Einwänden positiv bewertet.[1]

Geschichte

Die Gründung eines Klosters in Linz wurde vom Passauer Bischof 1606 genehmigt. Als Standort wurde ein "Weingarten" beim ehemaligen Edelsitz Weingarting gewählt. Das Grundstück wurde vom Kapuzinerorden übernommen. Noch im selben Jahr, am 21. September 1606, konnte Abt Alexander a Lacu den Grundstein für das Kloster legen. Kloster und Kirche (die heutige Kapuzinerkirche) wurden von Christoph Martin Spaz errichtet. Sie wurden bis 1612 fertiggestellt. Die Weihe der Kirche wurde vom Weihbischof von Passau, Johannes Prenner, am 2. September 1612 durchgeführt.

Eine Erweiterung und teilweiser Neubau der Kirche und des Klosters wurde 1660-1662 durchgeführt. Eine neuerliche Weihe der Kirche fand daher durch Martin Geiger, den Bischof von Passau, statt. 1785 wurde die Kirche durch die Kirchenreform von Kaiser Joseph II. zur Pfarrkirche.

Die Wiener Kirchenprovinz errichtete 1922 im Kapuzinerkloster ein Seminar. Dieses zog jedoch bereits ein Jahr später in das Diözesanseminar Kollegium Petrinum um und wurde 1929 nach Graz verlegt. Im Jahr 1926 wurde die sogenannte Fidelisdruckerei im Kloster gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Kloster teilweise von der Polizei genutzt. Durch Kriegshandlungen trug das Gebäude Schäden davon.

1956 wurde von der Kirchenprovinz erneut ein Seminar eingerichtet. Dieses diente ab 1971 als Wohnheim für Studenten. 1964 und 1985 wurden die Innenräume des Klosters renoviert. In den Jahren 1979/80 wurde die Kapuzinerkirche auch äußerlich renoviert.

Das Kloster wurde schließlich 1991 aufgehoben. Seit 2009 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Heutige und zukünftige Nutzung

Die Klosterkirche (Kapuzinerkirche) wurde bis Sommer 2016 als Pfarrkirche der Pfarre St. Matthias genutzt. Die Pfarre zog 2016 allerdings auf den Römerberg in die Martinskirche und wurde folglich in Pfarre St. Martin umbenannt. Eine Nachnutzung des Gebäudes als Sakralgüterdepot war denkbar.[2]

Im Kloster waren bis 2016 vor allem soziale Einrichtungen untergebracht. So befanden sich hier die soziale Fahrradwerkstätte B7 oder die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung. Diese sind mittlerweile umgesiedelt.

Eine zukünftige Nutzung als Bürogebäude ist vorgesehen. Das Projekt wurde mehrmals vom Gestaltungsbeirat der Stadt Linz abgelehnt oder Verbesserungen aufgetragen. Im Februar 2021 wurde eine neu vorgelegte Variante schließlich positiv bewertet.[1]

Klosterbibliothek

Das Kloster verfügte über eine umfangreiche Klosterbibliothek.

Diese wurde 1961 als Dauerleihgabe an die Stadtgemeinde Linz übergeben. Seit 1990 wird die Bibliothek der Kapuziner von der Bibliothek des Archivs der Stadt Linz betreut. Von den 6600 Drucken der Archivbibliothek, die vor 1900 erschienen sind, stammen zwei Drittel (32 Inkunabeln und mehr als 90 Prozent des Bestandes vor 1800) aus dem Bestand der Kapuzinerbibliothek.

Bilder

Quellen

Weblinks