Freinbergtunnel
| Freinbergtunnel | |
| Nutzung | Autobahntunnel |
| Bezirk | Froschberg |
Der Freinbergtunnel ist ein geplanter zweiröhriger Autobahntunnel in Linz. Als Teil der Linzer Autobahn A 26 ("Westring") soll er zwischen Hauptbahnhof (heutige "Waldegg-Spinne") und der Donau (Donautalbrücke) den Freinberg unterqueren. Die Tunnellänge soll rund 3,2 Kilometer betragen, es werden zwei Tunnelröhren mit zwei Fahrspuren plus Pannenstreifen errichtet. Auftraggeber ist die ASFINAG.
Mit dem Spatenstich am 3. Juli 2026 wurde der zweite Bauabschnitt der A 26 offiziell gestartet[1]. Anwesend waren Mobilitätsminister Peter Hanke, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landesrat Günther Steinkellner, ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl, Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart und Stadtrat Thomas Gegenhuber (i.V. Bürgermeister Dietmar Prammer). Der Stollen am südlichen Donauufer ist der Startpunkt, von wo der mehr als drei Kilometer lange Tunnel durch den Freinberg in Richtung Bahnhof vorgetrieben wird.
Der Bau soll im Rahmen des zweiten Bauabschnitts des Westring erfolgen. Die Verkehrsfreigabe der zwei getrennten Röhren – mit jeweils zwei Fahrspuren – gemeinsam mit der Unterflurtrasse Waldeggstraße ist für 2032 geplant[1]. Der Durchzugsverkehr verschwindet somit zum größten Teil unter der Erde. Bereits seit 2020 wird an den ebenfalls bergmännisch im Fels errichteten Zu- und Abfahrten an der Donau (zur Eferdinger Straße) gearbeitet. Nach der einspurigen Verkehrsfreigabe der Donautalbrücke im November 2024 soll ab 2025/2026 am eigentlichen Tunnel gearbeitet werden.
Tunnel
Der Tunnel wird zweiröhrig errichtet, wobei jede der Röhren über zwei Fahrspuren plus Pannenstreifen verfügen will. Sicherheitstechnisch soll der Tunnel nach den neuesten in Österreich üblichen Standards ausgerüstet werden. Er wird von der Verkehrsmanagementzentrale Wels aus überwacht und gesteuert werden.
Im Abstand von rund 500 Metern werden Querschläge mit Evakuierungsmöglichkeiten zwischen den beiden Tunnelröhren errichtet.
Errichtung
Der Vortrieb der eigentlichen Hauptröhren soll nach Fertigstellung der Donautalbrücke ab etwa 2025/26 erfolgen. Die Brücke ist seit der Verkehrsfreigabe im November 2024 vorerst nur einspurig (pro Fahrtrichtung) befahrbar, damit zwei Fahrspuren für die Baufahrzeuge frei bleiben.
Die Bauarbeiten gelten als technisch besonders anspruchsvoll. Der Freinbergtunnel wird bergmännisch errichtet und führt sowohl durch Fest- als auch Lockergestein. Im Bereich der Waldeggstraße entsteht eine rund 600 Meter lange Unterflurtrasse, dort werden künftig drei Tunnelröhren und vier Straßenebenen übereinander verlaufen[1]. Trotz der Arbeiten soll der Verkehr während der gesamten Bauzeit weitgehend aufrechterhalten werden. Geh- und Radwege sowie der öffentliche Verkehr sollen erreichbar bleiben[1].
Für die rund 3,2 Kilometer lange Tunnelsstrecke werden rund 500.000 Kubikmeter an Ausbruchsmaterial (Erde und Gestein) anfallen[1]. Rund 75.000 Lkw-Fahrten durch das Linzer Stadtgebiet sollen vermieden werden, indem ein Großteil des Materials überwiegend per Schiff über die Donau zum Ennshafen abtransportiert wird[1].
Nach der Fertigstellung der Tunnel sind rund 10 Monate für die Errichtung der Fahrbahn und der Tunneltechnik (Belüftung, Sicherheitstechnik, etc.) vorgesehen.
Kosten und Finanzierung
Insgesamt kostet der zweite Bauabschnitt rund 1,2 Milliarden Euro[1]. Das Land Oberösterreich übernimmt zehn Prozent der Kosten, die Stadt Linz fünf Prozent. Die ASFINAG investiert darüber hinaus bis 2031 mehr als zwei Milliarden Euro in Straßenprojekte in Oberösterreich[1]. Zusätzlich würde nach Abschluss der Bauarbeiten mehr klimafitte Bäume gepflanzt als für das Projekt entfernt werden mussten[1].
Für Fragen, Anliegen und Beschwerden steht die Baustellen-Ombudsperson A 26 zur Verfügung: E-Mail: A26-ombudsperson@asfinag.at, Mobil: 0664 6010810526. Mit digitalen "Projektatlanten" und einem Video visualisiert die ASFINAG transparent die Bauabläufe und die Veränderungen im Stadtbild – zu finden auf www.asfinag.at/a26[1].
Statement und Bedeutung
Mobilitätsminister Peter Hanke bezeichnete die A 26 als "eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Oberösterreichs und ein Zukunftsprojekt für den Wirtschafts- und Lebensstandort Linz". Rund 85 Prozent der Strecke verlaufen im Tunnel. Dadurch würden Lärm, Staus und Emissionen deutlich reduziert. "Mit dem Freinbergtunnel entsteht das Herzstück der Verbindung. Die Fahrzeit zwischen Urfahr und dem Hauptbahnhof sinkt auf wenige Minuten"[1].
Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht große Vorteile: "Weniger Verkehr in der Innenstadt bedeutet mehr Lebensqualität, mehr Sicherheit und mehr Raum für die Entwicklung unserer Landeshauptstadt. Die A 26 ist weit mehr als ein Straßenbauprojekt – sie ist eine Investition in die Zukunft des Wirtschafts- und Lebensraums Oberösterreich"[1].
Landesrat Günther Steinkellner: "Die A 26 sorgt künftig für kürzere Wege, eine deutliche Entlastung des innerstädtischen Verkehrs und mehr Lebensqualität für die Menschen in Linz"[1].
Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart: "Der Bau von Verkehrsinfrastruktur ist gerade jetzt ein wichtiger Impuls zur Wirtschaftsbelebung: In Linz werden nicht nur 1,2 Milliarden Euro in den Westring, sondern auch 3 Milliarden in den Ausbau der Öffis investiert"[1].
ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl: "Die A 26 ist ein Schlüsselprojekt für bessere Mobilität und mehr Lebensqualität in Linz. Die Bauarbeiten im dicht verbauten Stadtgebiet seien eine große Herausforderung. Gleichzeitig garantiere die ASFINAG den bestmöglichen Schutz von Menschen und Umwelt sowie die Aufrechterhaltung der wichtigen Verkehrsverbindungen"[1].
Kritik
Die Linzer Grünen kritisieren das Megaprojekt: Umweltstadträtin Eva Schobesberger: "Im Jahr 2026 eine Autobahnschneise mitten durch die Stadt zu betonieren, während Städte wie Paris alles daransetzen, den Autoverkehr aus dem Zentrum zu drängen, ist einfach nur zukunftsvergessen. Das bedeutet enorme Belastungen für Anrainer, einen massiven Schaden für Umwelt und Lebensqualität sowie einen finanziellen Scherbenhaufen für die Stadt"[1]. Befürchtet werden auch weitere Kostensteigerungen.
2025: Vorarbeiten im Bergschlösspark / Waldeggspinne, Protestcamp
Ab 2025 wurden im Gebiet des Bergschlösslparks, des Ziegeleiparks und der Waldeggspinne (Waldeggstraße-Ziegeleistraße) Vorarbeiten für den Freinbergtunnel begonnen. Diese umfassten die Vorbereitung von Leitungen für die zukünftigen Tunnel-Einfahrten und -Ausfahrten, wobei unter anderem ein bestehender Kanal örtlich verlegt werden musste. Bei Bohrungsarbeiten dafür blieb ein Microtunneling-Bohrkopf nach etwa 120 Metern Vortrieb rund 15-20 Meter unter dem Bergschlösslpark stecken und konnte nicht mehr bewegt werden. Anfang Dezember 2025 begannen auch die Fällungen von Bäumen in diesem Gebiet, um die zukünftigen Bauarbeiten zu ermöglichen. Mehr als 240 Bäume wurde dabei gefällt, viele davon waren deutlich über 100 Jahre alt.
- Protestcamp und Baumbesetzungen
Bereits nach Bekanntwerden des Problems um den steckengebliebenen Bohrkopf wurde Mitte November 2025 im Rahmen einer angemeldeten Demonstration ein Protestcamp im Bergschlösslpark errichtet, direkt über dem Bohrkopf. Getragen wurde diese Initiative unter anderem von Aktivist*innen der Initiativen Klimacamp Linz und Verkehrswende Jetzt[2] sowie der Bürgerinitiative Ja! Zum Grüngürtel. Die in der ersten Dezemberwoche durchgeführten Baumfällungen wurden durch den Widerstand von Aktivist*innen und Baumbesetzungen zunächst behindert. Ein Polizeieinsatz ermöglichte die Fällungen letztlich, mehrere Personen wurden dabei zumindest vorübergehend festgenommen.
Kritisiert wurde nicht nur der Verlust von Bäumen im ohnehin dicht verbauten Stadtzentrum, sondern auch der frühe Zeitpunkt der Fällungen, mehrere Jahre vor dem eigentlichen Baustart der Tunnelröhren an diesem Ort. Trotz der Proteste wurden rund 240 Bäume gefällt[3][4]. Bei der geplanten Bergung des Bohrkopfes werden weitere Bäume zum Opfer fallen oder irreparabel beschädigt werden.
Das Camp wurde am 5. Februar von der Polizei geräumt[5].
Quellen
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 Zweiter Bauabschnitt: Spatenstich für das "Herzstück" der A 26 gesetzt,
Tips, 3. Juli 2026
- ↑ Verkehrswende Jetzt: A 26 - Westring
- ↑ Bauvorbereitungen für Westring. Aktivisten versuchen Baumfällungen im Linzer Bergschlösslpark zu stoppen,
Bezirks-Rundschau, 2. Dezember 2025
- ↑ Mehrere Festnahmen. Aktivisten besetzen weiterhin Bäume im Linzer Bergschlösslpark,
Bezirks-Rundschau, 3. Dezember 2025
- ↑ Linzer Westring-Camp geräumt – eine Festnahme,
ORF Oberösterreich, 5. Februar 2026