Freie Waldorfschule Linz
| Freie Waldorfschule Linz | |
Eingangsportal der Waldorfschule an der Baumbachstraße | |
| Schultyp | Waldorfschule, 12 Schulstufen, externer Maturalehrgang |
| Bezirk | Innere Stadt |
| Anschrift | Baumbachstraße 11 |
| PLZ | 4020 |
| Ort | Linz |
| Schulträger | Waldorf-Verein |
| Gründungsjahr | 1977 |
| Schulkennzahl | 401571 |
| Webseite | waldorf-linz.at |
Die Freie Waldorfschule Linz ist eine Privatschule im Linzer Bezirk Innere Stadt. Sie befindet sich an der Baumbachstraße. Die Schule mit Öffentlichkeitsrecht unterrichtet in 12 Schulstufen nach der Waldorfpädagogik. In einem externen, aber in den Schulbetrieb eingebundenen Maturalehrgang kann danach auch die Matura erworben werden; ebenso sind Lehrabschlüsse möglich[1]. Schulträger ist der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik.
Unmittelbar angeschlossen ist auch der Hort Waldorfschule. Seit 2025 befindet sich auch der Waldorf-Kindergarten Linz-Mitte im Gebäude der Schule.
Pädagogisches Konzept
Die Freie Waldorfschule Linz basiert auf der Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner und folgt dem Grundsatz: *„Nicht gefragt soll werden: was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die soziale Ordnung, die besteht; sondern: was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden?“*[2].
Grundlagen und Ziele
Mit dem Ursprungsgedanken Rudolf Steiners, Kindern aller sozialen Schichten die gleiche Bildung zu ermöglichen, verwirklicht die Waldorfschule das Prinzip sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen. Als erste Gesamtschule ersetzte sie die Auslese durch eine Pädagogik der Förderung. Im Mittelpunkt steht die Individualität des heranwachsenden Kindes. Die geistige Orientierung wurzelt in einem ganzheitlichen Menschenbild, das Kopf, Herz und Hand in ausgewogenem Verhältnis anspricht. Ziel ist es, die individuellen Anlagen und Begabungen umfassend zu fördern und die Schüler:innen zu freien, verantwortungsbewussten und urteilsfähigen Menschen zu erziehen[1].
Die Schule schafft einen Lern- und Begegnungsraum, in dem Schüler:innen Vertrauen, Zuwendung und Geborgenheit ebenso erleben wie Freude am Lernen, Herausforderung und persönliche Entwicklung. Ein lebendiger, gemeinsamer Prozess mit echten Begegnungen, Zuhören und respektvollem Umgang mit Vielfalt prägt das Schulleben. Vielfalt, Menschenwürde und respektvolles Zusammenleben sind grundlegende Werte, die auch in der Wiener Erklärung – Waldorfschulen gegen Diskriminierung zum Ausdruck kommen[1].
Unterrichtsform
Ein zentrales Element ist der Epochenunterricht, bei dem Sachgebiete in sich geschlossen über mehrere Wochen intensiv behandelt werden. Dies gilt besonders für Fächer wie Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften. Gebiete, die laufender Übung bedürfen (künstlerischer Unterricht, Sprachen), werden in Fachstunden erteilt. In den ersten Schuljahren ist der Unterricht besonders bildhaft gestaltet, um den Kindern ein verstehendes Erleben der Zusammenhänge zu ermöglichen[2].
Alle Schüler:innen durchlaufen ohne Sitzenbleiben 12 Schuljahre. Der Lehrplan ist auf die Entwicklungsstufen von Kindheit und Jugend abgestimmt und fördert von Beginn an die innere menschliche Freiheit[2].
Künstlerisch-handwerklicher Unterricht
Bereits ab dem 1. Schuljahr tritt neben die sachbezogenen Fächer ein vielseitiges künstlerisches und praktisches Lernen. Dies fördert schöpferische Fähigkeiten und differenzierte Willensausbildung. Ein entscheidendes Prinzip des Waldorflehrplans ist die Abstimmung der Unterrichtsinhalte auf die kindlichen Lernprozesse[2].
Zu den Schwerpunkten zählen:
- Musik: Schulchor und Schulorchester der Mittel- und Oberstufe
- Theater: Gemeinschaftsaufführungen anspruchsvoller Stücke in der 8. und 12. Klasse
- Eurythmie: Bewegungskunst in allen Klassen, die motorische, sprachliche, musikalische und soziale Kompetenzen fördert
- Handwerk: Malen, Zeichnen, Plastizieren, textile Handarbeit, Holzwerken, Tonarbeiten und Gartenbau; in der Oberstufe intensive Handwerksprojekte mit Möglichkeit zur Lehrabschlussprüfung
- Praktika: Bauernhofpraktikum (9. Klasse), Feldmesspraktikum (10. Klasse), Sozialpraktikum (12. Klasse), Industrie-/Betriebspraktikum und Forstpraktikum (11. Klasse)[3]
Sprachen
Ab der 1. Klasse erlernen die Schüler:innen Englisch und Russisch. Der Unterricht beginnt mündlich und wird ab dem 3. Schuljahr um das Schreiben erweitert. In der Mittel- und Oberstufe kommt die Grammatik hinzu[3].
Bewegung und Sport
Ab der 3. Klasse beginnt der eigentliche Turnunterricht mit vielfältigen Bewegungsanregungen, Lauf-, Fang- und Geschicklichkeitsspielen. Ab der 5. Klasse wird der Sportunterricht durch Leichtathletik, Geräteturnen und sportliche Spiele erweitert. Besonders gefördert werden soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein[3].
Abschlüsse
Die Freie Waldorfschule Linz bietet folgende Abschlüsse an:
- Der erfolgreiche Abschluss der 8. Schulstufe ist dem der 4. Klasse NMS gleichgestellt.
- Mit dem Abschluss der 12. Schulstufe erwerben die Schüler:innen den Waldorfschulabschluss.
- Der positive Abschluss des Ausbildungslehrgangs Handwerk berechtigt dazu, bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer um Zulassung zur Lehrabschlussprüfung anzusuchen.
- Im Anschluss an die 12. Klasse haben Schüler:innen die Möglichkeit, die Matura am Abendgymnasium Linz innerhalb eines Jahres abzulegen[4].
Kontakt
Freie Waldorfschule Linz Baumbachstraße 11 4020 Linz ☎ Telefon: +43 732 776259 📧 E-Mail: buero@waldorf-linz.at
Einzelnachweise
Weblinks
- waldorf-linz.at (Offizielle Webseite)
| Volksschulen in Linz |
|---|
|