Meinhard Lukas


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Meinhard Lukas (* 20. Februar 1970 in Wels) ist Professor für Zivilrecht an der Johannes Kepler Universität Linz. Seit 1. Oktober 2015 ist er Rektor der JKU.

Herkunft und Ausbildung

Meinhard Lukas wurde in Wels als Sohn des Richters Julius Lukas und der Berufschullehrerin Helga Lukas geboren. Er besuchte das neusprachliche Gymnasium in Wels (Dr. Schauer Straße) und begann anschließend das Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität in Linz sowie der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach Abschluss des rechtswissenschaftlichen Studiums im Jahr 1992 promovierte er 1998 zum Dr.iur.

Berufliche Karriere

Lukas begann seine wissenschaftliche Karriere 1990 als Studienassistent am Institut für Zivilrecht der Universität Linz und publizierte noch vor Abschluss seines Diplomstudiums sein Erstlingswerk in den Juristischen Blättern[1]. Nach einer Tätigkeit als Universitätsassistent bei Rudolf Reischauer und Peter Rummel sowie als Rechtsanwaltsanwärter in einer Linzer Anwaltskanzlei habilitierte er sich 2004 für das Fach Zivilrecht an der Universität Linz und wurde damit außerordentlicher Universitätsprofessor. Nachdem er sowohl von der Universität Salzburg als auch von der Universität Linz einen Ruf erhalten hatte, folgte er 2008 Karl Spielbüchler als Inhaber des Lehrstuhls für Grundlagenforschung am Linzer Institut für Zivilrecht nach und wurde zum Universitätsprofessor ernannt. Ab Oktober 2011 war Lukas Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Linz[2] Ab 1. Oktober 2015 war er schließlich Rektor der Johannes Kepler Universität[3].

Forschungsschwerpunkte

Zu den Forschungsschwerpunkten von Meinhard Lukas zählen das Vertrags-, Leistungsstörungs- und Schadenersatzrecht sowie das internationale Wirtschaftsrecht einschließlich des internationalen Kreditsicherungsrechts. Lukas hat wiederholt Österreich bei der United Nations Commission on International Trade Law (UNCITRAL) in unterschiedlichen Arbeitsgruppen vertreten, wurde vom UNCITRAL-Sekretariat als Experte beigezogen und hat an Projekten des European Center of Tort and Insurance Law sowie des Max Planck Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg mitgewirkt. Zugleich ist er immer wieder in verschiedene nationale Gesetzgebungsprojekte eingebunden. Seit 2009 ist er Mitherausgeber und gemeinsam mit Peter Rummel Schriftleiter der im Springer Verlag erscheinenden „Juristischen Blätter“ (JBl.)[4].

Sonstige Tätigkeiten

2006 bis 2008 war Lukas Vorsitzender des Senats der Johannes Kepler Universität Linz. Seit 2009 ist er Mitglied des Vorstands des Peter-Rummel-Studienfonds zur Förderung begabter Studierender im Bereich des Zivilrechts an der Universität Linz[5]. Weiters ist er Mitglied des Instituts für Bankrecht an der Universität Linz[6] und Präsident des AbsolventInnenverbands des BG/BRG Dr. Schauer Straße in Wels.

Tätigkeiten als Rechtsgutachter und Schiedsrichter

Meinhard Lukas ist auch als Rechtsgutachter und Schiedsrichter tätig und nimmt vereinzelt zu aktuellen Rechtsfällen Stellung[7]. Im April 2007 haben Martin Karollus und Meinhard Lukas im Auftrag der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH ein Rechtsgutachten zur Zulässigkeit einer Auflösung des Vertrags über 18 Eurofighter-Kampfflugzeuge durch die Republik Österreich erstellt und ein Auflösungsrecht verneint[8]. Letztlich hat Verteidigungsminister Norbert Darabos auf Grundlage des von Helmut Koziol für das Verteidigungsministerium erstellten Gutachtens[9] von einer Vertragsauflösung Abstand genommen und sich mit Eurofighter verglichen[10]. In der Auseinandersetzung um eine Restitution des Gemäldes Die Malkunst von Jan Vermeer durch die Republik Österreich (Kunsthistorisches Museum in Wien) hat Meinhard Lukas für die Familie Czernin von und zu Chudenitz eine umfassende rechtliche Analyse erstellt[11]. Lukas war Rechtsgutachter für die Landeshauptstadt Linz in einem Rechtsstreit mit der BAWAG P.S.K. (siehe SWAP 4175). Es geht dabei um ein Swap-Geschäft, das der Stadt einen Schaden von mehr als 400 Millionen € zufügen könnte[12]. Ende Juni 2013 legte Lukas jedoch seine ehrenamtliche Beraterfunktion in diesem Rechtsstreit zurück, da nach seiner Aussage die zuständigen Politiker "beratungsresistent" seien.[13]

Politische Tätigkeiten

Im Zuge des Salzburger Finanzskandals 2012/2013 wurde er als möglicher Nachfolger von Finanzlandesrat David Brenner genannt.[14] Er kam jedoch nicht zum Zug.

Rektor der Johannes-Kepler-Universität

Lukas wurde per 1. Oktober 2015 Rektor der Johannes Kepler Universität. Das durch sein Rektorat eingeleitetes Reformprogramm war an der Universität umstritten. Er stellte sich daher Anfang Juli 2016 einer Vertrauensabstimmung im Senat, die er mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewann[15]. Auch für die Periode 2019-2023 wurde er als Rektor bestätigt.

Quellen

  1. Zur Haftung beim anfänglich unbehebbaren Mangel, JBl 1992, 11 - 29
  2. Meinhard Lukas: „Vertrauen in Rechtsstaat stärken“ Oberösterreichische Nachrichten, 6. August 2011
  3. Meinhard Lukas neuer designierter Rektor der Johannes Kepler Universität, jku.at, 9. Februar 2015
  4. http://www.springer.com/springerwiennewyork/law/journal/503
  5. http://www.prsf.at/personen/index.php
  6. http://www.bankrechtsinstitut.at/mitglieder.php
  7. Ungereimtheiten zur Pflegeelternschaft, Der Standard, 5. Mai 2008
  8. Eurofighter GmbH mit eigenem Gutachten: "Kein unkorrektes Verhalten" Die Presse, 20. April 2007
  9. Koziol-Gutachten in NEWS: Eurofighter-Ausstieg möglich, langjähriger Prozess droht, News
  10. Eurofighter im Landeanflug, Die Presse, 25. Juni 2007
  11. Vermeer: Kommt Prozess in USA?, Die Presse, 23. März 2011
  12. Linzer Spekulation: Dilettantismus als Hoffnung, Oberösterreichische Nachrichten, 2. April 2011
  13. „Die Politik ist offensichtlich beratungsresistent“, Oberösterreichische Nachrichten, 29. Juni 2013
  14. Salzburg: Meinhard Lukas als Nachfolger Brenners?, ooe.orf.at, 15. Jänner 2013
  15. Zwei-Drittel-Mehrheit für Reformkurs: Lukas bleibt Rektor der Kepler-Uni, Oberösterreichische Nachrichten, {{{datum}}}

Weblinks

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