Diözese Linz

Aus LinzWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Diözese Linz (lateinisch Dioecesis Linciensis) ist eine römisch-katholische Diözese in Österreich und gehört zur Kirchenprovinz Wien. Sie umfasst das Bundesland Oberösterreich und hat ihren Sitz im Maria-Empfängnis-Dom in Linz. Bischof ist seit 2016 Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger.

Geschichte

Zur Römerzeit gehörte ein Großteil des heutigen Diözesangebiets zur Provinz Noricum. Nach der Erhebung von Lauriacum (heute Lorch) zum Municipium im Jahr 212 dürfte dort ein Bischofssitz bestanden haben. Im Jahr 304 starben 40 Christen, darunter der Heilige Florian, den Märtyrertod und wurden möglicherweise in Lauriacum bestattet. Im 5. Jahrhundert wird in der Vita Sancti Severini ein Bischof mit dem Namen Constantius in Lauriacum erwähnt.

Nach der Völkerwanderung verkündeten iroschottische und fränkische Missionare das Christentum. Im Jahr 739 legte der heilige Bonifatius die Diözesangrenzen so fest, dass Oberösterreich zum Bistum Passau kam. Bis etwa 903 ist Lorch als Sitz eines Chorbischofs (Landbischof) bezeugt.

Durch die Einfälle der Magyaren wurden viele kirchliche Strukturen zerstört. Nach der Schlacht auf dem Lechfeld (955) begann Bischof Pilgrim mit dem Neuaufbau. Ab 1065 begannen die Bischöfe Altmann und Ulrich das Diözesangebiet in Pfarrsprengel einzuteilen.

Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert förderten vor allem die Adeligen den neuen Glauben und ein Großteil der Bevölkerung wurde protestantisch. Durch die Gegenreformation wurde Oberösterreich im 17. Jahrhundert wieder überwiegend katholisch.

Kaiser Joseph II. zwang die Diözese Passau mit einem Vertrag vom 4. Juli 1784 zum Verzicht auf ihre Pfarren in Oberösterreich und gründete die Diözese Linz. Mit einer Bulle vom 28. Januar 1785 stimmte Papst Pius VI. zu. Erster Bischof von Linz wurde der Passauer Generalvikar und Freisinger Weihbischof Ernest Johann Nepomuk von Herberstein.

Das bischöfliche Gymnasium der Diözese ist das Petrinum am Fuße des Pöstlingbergs.

Domkapitel

Das Domkapitel (auch Konsistorium) ist eine Gemeinschaft von Priestern (Kanonikern) an der Kathedrale der Diözese Linz. Es ist zuständig für die Durchführung der feierlichen Gottesdienste in der Kathedrale und erfüllt weitere Aufgaben, die ihm vom Recht oder vom Bischof übertragen werden. Die Mitglieder des Domkapitels werden vom Bischof ernannt. In Österreich nimmt das Domkapitel die Aufgaben des Konsultorenkollegiums wahr.

Das Domkapitel setzt sich aus insgesamt acht Kanonikern zusammen. Sieben Kanonikate stiftete Kaiser Josef II. im Jahr 1784 im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums Linz. Ein achtes Kanonikat stiftete 1899 der damalige Bischof Franz Maria Doppelbauer. Wegen des Muttergottes-Bildes auf dem mit diesem Kanonikat verbundenen Kapitelzeichen heißt es auch „marianisches“ Kanonikat.

Besondere Aufgaben kommen den Dignitären zu:

  • Dompropst: Vorsitzender, vertritt das Domkapitel nach außen.
  • Domdechant: Liturgie-Verantwortlicher, Sprecher des Domkapitels.
  • Domkustos: Zuständiger für die Domkirche.

Das Domkapitel ist ein Beratungsgremium des Bischofs und unterstützt ihn in verschiedenen Angelegenheiten[1].

Siehe auch

Liste der Bischöfe

Die Diözese Linz wurde seit ihrer Gründung von folgenden Bischöfen geleitet:

→ Hauptartikel: Liste der Bischöfe

Bischofkoadjutor

Weihbischöfe

Bilder

Literatur

  • Johannes Ebner (Herausgeber): Das Bistum Linz von 1945 bis 1995. Bischöfliches Ordinariat, Linz 1995
  • Rudolf Leeb u. a.: Geschichte des Christentums in Österreich. Von der Antike bis zur Gegenwart. Uebereuter, Wien 2003, ISBN 3-8000-3914-1
  • Helga Litschel (Redakteurin): Kirche in Oberösterreich. Amt der oberösterreichischen Landesregierung, Linz 1985
  • Josef Wodka: Kirche in Österreich. Wegweiser durch ihre Geschichte. Herder, Wien 1959
  • Rudolf Zinnhobler und Kriemhild Pangerl: Kirchengeschichte in Linz. Diözesanarchiv, Linz 2000

Weblinks

Dieses Dokument entstammt ursprünglich aus der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Diözese Linz, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste. Wie im LinzWiki stehen alle Texte der Wikipedia unter der CC-BY-SA-Lizenz.