Priesterseminar

Aus LinzWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Priesterseminar, Bildmitte im Hintergrund: die Turmspitze der Priesterseminarkirche
Das Priesterseminar, Bildmitte im Hintergrund: die Turmspitze der Priesterseminarkirche

Das Priesterseminar ist eine Einrichtung und ein gleichnamiges Gebäude der römisch-katholischen Diözese Linz an der Bethlehemstraße in Linz. Es ist im Freihaus Deutsch-Ordens-Kommende untergebracht.

Gebäude und Geschichte

Priesterseminar, Gebäudefront zur Dametzstraße
Priesterseminar, Gebäudefront zur Dametzstraße

Die theologische Priesterausbildung in Linz fand von 1672-1776 im Jesuitenkolleg (heute Hauptpostamt an der Domgasse 1) statt, von 1776-1783 und von 1794-1853 im ehemaligen Garstner Stiftshaus am Pfarrplatz Nummer 17. Zwischen 1783 und 1794 konnte aufgrund der Entscheidungen von Kaiser Josef II. nur an den Generalseminaren in Wien und Prag unterrichtet werden.

1804 hatte Bischof Joseph Anton Gall das Haus samt Priesterseminarkirche von der ehemaligen Deutsch-Ordens-Kommende aus eigenen Mitteln erworben und 1806 als Diözesanseminar eröffnet. Es sollte allen Alumnen Unterkunft bieten können. Zuletzt hatten die Theologen teils in Privatquartieren, teils im ehemaligen Ignatiusseminar der Jesuiten an der Domgasse 6 gewohnt.

Ab 1850 wurde der theologische Studienbetrieb dem Bischof unterstellt und 1853 auch der theologische Unterricht in das heutige Priesterseminar verlegt. Ab 1972/73 wurde in Linz das Theologiestudium auch für Laientheolog/inn/en eröffnet, was zu einem Anstieg der Studierendenzahlen führte. 1988 wurde die eigentliche theologische Ausbildung an die angrenzende Katholisch-Theologische Privatuniversität übertragen und damit an ein angrenzendes Gebäude an der Bethlehemstraße ausgegliedert.

Das Priesterseminar-Gebäude wurde mehrfach aus- und umgebaut. 1831 wurde unter Bischof Gregorius Thomas Ziegler das Haus um sechs Fensterachsen nach Westen erweitern. 1898/1900 wurde aufgestockt, 1931/32 ein Wohntrakt (Neubau an der Dametzstraße) angefügt.

Während des zweiten Weltkriegs war das Gebäude zwischen 1938/39 bis 1945 von Wehrmacht und Polizei beschlagnahmt. Als Ausweichquartier wurde ab 1939 das Stift Wilhering und ab 1944/45 das Kloster der Oblatinnen an der Kapellenstraße 8 genutzt. Die Rückkehr in das Priesterseminargebäude konnte am 5. Juni 1945 erfolgen.

1969/74 und abermals 1993/94 wurde das Gebäude saniert. Eine neue Hauskapelle wurde 1975 geweiht.

Vermietung

Räumlichkeiten im Gebäude sind für kirchliche Veranstaltungen zu mieten[1].

Weitere Einrichtungen im Gebäude

Neben dem eigentlichen Priesterseminar sind im Gebäude untergebracht:

Ausbildung im Seminar

Nach dem Entschluss, Priester zu werden, absolvieren die Kandidaten zunächst einen einjährigen Vorbereitungslehrgang (Propädeutikum) in Horn, Niederösterreich. Anschließend wird das Theologiestudium an der KU Linz absolviert, während die Seminaristen im Priesterseminar wohnen. Einen Teil des Studiums wird in anderen theologischen Universitäten absolviert.

Während der Ausbildung wirken die Seminaristen in einer Bezugspfarre mit, um pastorale Erfahrung zu sammeln. Im letzten Vorbereitungsjahr, dem „Pastoraljahr“, wirken sie bereits als Diakone in einer Pfarre. Im Priesterseminar werden sie von einem Regens und einem Spiritual begleitet.

Im Jahr 1957/58 bewohnten 120 angehende Diözesanpriester gleichzeitig das Priesterseminar, was den Höchststand darstellt. Im Jahr 2006 waren es noch 9 Seminaristen.[2]

Kontakt

Seminarhaus Priesterseminar
Harrachstraße 7
4020 Linz
Telefon: +43 (0)732 - 77 12 05
E-Mail: priesterseminar@dioezese-linz.at

Quellen

Webseite