Freinbergtunnel

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Freinbergtunnel
Nutzung Autobahntunnel
Bezirk Froschberg
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Der Freinbergtunnel ist ein geplanter zweiröhriger Autobahntunnel in Linz. Als Teil der Linzer Autobahn A 26 ("Westring") soll er zwischen Hauptbahnhof (heutige "Waldegg-Spinne") und der Donau (Donautalbrücke) den Freinberg unterqueren. Die Tunnellänge soll rund 3,2 Kilometer betragen, es werden zwei Tunnelröhren mit zwei Fahrspuren plus Pannenstreifen errichtet. Als Errichtungskosten für die Brücke und den Tunnel sind rund 260 Million Euro verplant, davon entfällt rund die Hälfte auf den Tunnel. Auftraggeber ist die ASFINAG.

Der Bau soll im Rahmen des zweiten Bauabschnitts des Westring nach Fertigstellung der Donautalbrücke erfolgen. Geplant war dies für die Jahre 2024 bis 2028. Bereits seit 2020 gearbeitet wird an den ebenfalls bergmännisch im Fels errichteten Zu- und Abfahrten an der Donau (zur Eferdinger Straße). Nach der einspurigen Verkehrsfreigabe der Brücke im November 2024 soll ab 2025/2026 am eigentlichen Tunnel gearbeitet werden.

Tunnel

Der Tunnel wird zweiröhrig errichtet, wobei jede der Röhren über zwei Fahrspuren plus Pannenstreifen verfügen wird. Sicherheitstechnisch soll der Tunnel nach den neuesten in Österreich üblichen Standards ausgerüstet. Er wird von der Verkehrsmanagementzentrale Wels aus überwacht und gesteuert werden.

Im Abstand von rund 500 Metern werden Querschläge mit Evakuierungsmöglichkeiten zwischen den beiden Tunnelröhren errichtet.

Errichtung

Der Vortrieb der eigentlichen Hauptröhren soll nach Fertigstellung der Donautalbrücke ab etwa 2025/26 erfolgen. Die Brücke ist seit der Verkehrsfreigabe im November 2024 vorerst nur einspurig (pro Fahrtrichtung) befahrbar, damit zwei Fahrspuren für die Baufahrzeuge frei bleiben.

Für die rund 3,2 Kilometer lange Tunnelsstrecke werden rund 370.000 Kubikmeter an Ausbruchsmaterial (Erde und Gestein) mit einem Gewicht von rund einer Million Tonnen anfallen. Ein Großteil davon wird per Schiff zum Ennshafen abtransportiert werden können.

Nach der Fertigstellung der Tunnel sind rund 10 Monate für die Errichtung der Fahrbahn und der Tunneltechnik (Belüftung, Sicherheitstechnik, etc.) vorgesehen.

2025: Vorarbeiten im Bergschlösspark / Waldeggspinne, Protestcamp

Ab 2025 wurden im Gebiet des Bergschlösslparks, des Ziegeleiparks und der Waldeggspinne (Waldeggstraße-Ziegeleistraße) Vorarbeiten für den Freinbergtunnel begonnen. Diese umfassten die Vorbereitung von Leitungen für die zukünftigen Tunnel-Einfahrten und -Ausfahrten, wobei unter anderem ein bestehender Kanal örtlich verlegt werden musste. Bei Bohrungsarbeiten dafür blieb ein Microtunneling-Bohrkopf nach etwa 120 Metern Vortrieb rund 15-20 Meter unter dem Bergschlösslpark stecken und konnte nicht mehr bewegt werden. Anfang Dezember 2025 begannen auch die Fällungen von Bäumen in diesem Gebiet, um die zukünftigen Bauarbeiten zu ermöglichen. Mehr als 240 Bäume wurde dabei gefällt, viele davon waren deutlich über 100 Jahre alt.

Protestcamp und Baumbesetzungen

Bereits nach Bekanntwerden des Problems um den steckengebliebenen Bohrkopf wurde Mitte November 2025 im Rahmen einer angemeldeten Demonstration ein Protestcamp im Bergschlösslpark errichtet, direkt über dem Bohrkopf. Getragen wurde diese Initiative unter anderem von Aktivist*innen der Initiativen Klimacamp Linz und Verkehrswende Jetzt[1] sowie der Bürgerinitiative Ja! Zum Grüngürtel. Die in der ersten Dezemberwoche durchgeführten Baumfällungen wurden durch den Widerstand von Aktivist*innen und Baumbesetzungen zunächst behindert. Ein Polizeieinsatz ermöglichte die Fällungen letztlich, mehrere Personen wurden dabei zumindest vorübergehend festgenommen.

Kritisiert wurde nicht nur der Verlust von Bäumen im ohnehin dicht verbauten Stadtzentrum, sondern auch der frühe Zeitpunkt der Fällungen, mehrere Jahre vor dem eigentlichen Baustart der Tunnelröhren an diesem Ort. Trotz der Proteste wurden rund 240 Bäume gefällt[2][3]. Bei der geplanten Bergung des Bohrkopfes werden weitere Bäume zum Opfer fallen oder irreparabel beschädigt werden.

Das Camp wurde am 5. Februar von der Polizei geräumt[4].

Quellen