Linzer Fahrradstrategie
Die Linzer Fahrradstrategie (Eigenschreibweise: L_NZ FAHR_RAD – Schritt für Schritt zur Fahrradstadt) ist ein zentraler Bestandteil der Linzer Klimastrategie der Stadt Linz. Ihr übergeordnetes Ziel ist die Reduzierung klimaschädlicher Emissionen durch die Stärkung des Radverkehrs in Linz. Das Fahrrad soll als effizientes, gesundes, wirtschaftliches und umweltfreundliches Verkehrsmittel im städtischen Alltag gefördert werden.
Hintergrund
In den vergangenen Jahrzehnten wurde in der Verkehrsplanung der Stadt Linz dem motorisierten Individualverkehr oft der Vorzug gegeben. Heute und in Zukunft muss der Schwerpunkt auf nachhaltige Mobilität verschoben werden – also auf Öffentlicher Verkehr, zu Fuß gehen und Radfahren. Die Fahrradstrategie wurde erarbeitet, um Maßnahmen zu definieren, die den Radverkehr fördern und die Position der Stadt Linz als attraktiver Wirtschafts-, Wohn- und Bildungsstandort zu stärken.
Ziele
Langfristige Vision
Langfristiges Ziel ist es, Linz schrittweise zur „Fahrradstadt“ zu entwickeln. Bis 2030 soll der Anteil des Radverkehrs am Modal Split auf 10,5 % gesteigert werden. Dies soll einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen leisten.
Kurzfristige Maßnahmen (bis 2025)
- Ausbau des Hauptradroutennetzes
- Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer:innen
- Schaffung von modernen Fahrradabstellanlagen in der Nähe von Wohnorten und wichtigen Zielen
- Ausbau von Service-Angeboten (Radservice-Stationen, Leihfahrräder)
- Unterstützung von betrieblichem Mobilitätsmanagement
Langfristige Ziele (bis 2030 und darüber hinaus)
- Flächendeckende Verfügbarkeit von sicheren, direkten und komfortablen Radverkehrsanlagen
- Erhöhung der Aufenthaltsqualität in Wohn- und Geschäftsgebieten durch Umverteilung der Flächen im Straßenraum
- Reduzierung von Staus durch Umstieg auf das Fahrrad
- Entlastung des Verkehrsgeschehens
Maßnahmen
Infrastruktur
- Ausbau des Hauptradroutennetzes: Schaffung eines flächendeckenden, gut ausgebauten Netzes an Radwegen
- Sichere und komfortable Radverkehrsanlagen: Bau von geschützten Radstreifen, Radwegen und Fahrradschnellwegen
- Moderne Fahrradabstellanlagen: Erweiterung der Stellplatzkapazitäten, insbesondere bei Wohngebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Nahverkehrsknoten
- Gegrößerte Busspuren für Radfahrer:innen: Freigabe von Busspuren für den Radverkehr außerhalb der Stoßzeiten
- Gegen die Einbahn: Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in beide Richtungen
Service und Angebote
- Ausbau von Radservice-Stationen: Selbstbedienungs-Stationen zur Reparatur und Wartung von Fahrrädern
- Erweiterung des Leihfahrrad-Angebots: Ausbau von Linz AG Rad, Nextbike und anderen Sharing-Angeboten (City Bike Linz)
- Betriebliches Mobilitätsmanagement: Förderung von Fahrradnutzung in Unternehmen und Organisationen
Bewusstseinsbildung und Partizipation
- Einbindung verschiedener Akteure wie Mobilitätsexpert:innen, Interessenvertretungen und der Bevölkerung
- Durchführung von Kampagnen zur Förderung der Fahrradnutzung
- Schulungen und Workshops zur sicheren und korrekten Nutzung des Radverkehrsnetzes
Bedeutung für die Stadtentwicklung
Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur und die Förderung des Radverkehrs tragen dazu bei, die Lebensqualität in Linz zu erhöhen. Durch die Umverteilung der Flächen im Straßenraum zugunsten von Fußgänger:innen und Radfahrer:innen wird die Aufenthaltsqualität in den Wohn- und Geschäftsgebieten gesteigert. Dies macht die Stadt lebendiger und lebenswerter. Gleichzeitig leistet der Umstieg auf das Fahrrad einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Verkehrs und zur Reduzierung von Staus.
Finanzierung und Umsetzung
Die Umsetzung der Fahrradstrategie erfolgt schrittweise und wird durch verschiedene Förderprogramme des Bundes, des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz finanziert. Die Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit den Bürger:innen und lokalen Akteur:innen umgesetzt.
Downloads
- Offizielles Strategiedokument (PDF, 10,98 MB) – Stadt Linz, Juni 2024