Burschenschafterturm

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Der "Burschenschafterturm", ursprünglich "Klause Adelgunde"
Der "Burschenschafterturm", ursprünglich "Klause Adelgunde"

Der Burschenschafterturm (auch Anschlussturm) ist ein Teil der im frühen 19. Jahrhundert errichteten Maximilianischen Turmlinie in Linz. Er stellte als Klause Adelgunde den rechten Anschluss der Befestigungsanlage an die Donau dar. Heute dient er als Museum und Erinnerungsstätte der Deutschen Burschenschaft.

Geschichte

Als Wehrturm

Der Turm wurde im Rahmen der Turmbefestigung Linz (auch: Maximilianischen Turmlinie) errichtet und trug den Namen "Klause Adelgunde". Er diente gemeinsam mit der am gegenüberliegenden Donauufer liegenden Klause Kunigunde zur Verteidigung der Donau. Im Kriegsfall sollte zwischen beiden Türmen ein Seil oder eine Kette gespannt werden. Diese zwei Türme dienten dem Anschluss der Verteidigungslinie an die Donau, und wurden bereits damals dementsprechend genannt ("Anschlusstürme").

Als Burschenschafterturm

Der Wehrturm wurde 1917 von der Burschenschaft der Ostmark erworben, um als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ausgestaltet zu werden; außerdem wurde ein Gedenkraum für die nach 1918 verlorengegangenen deutschen Hochschulstandorte eingerichtet. 1928 erklärte die Deutsche Burschenschaft, dass „der Turm in Linz […] zu einem Anschlußdenkmal ausgebaut werde“.

1932 wurde für eine Weihe die Inschrift „Ein Volk, ein Reich“ angebracht. Die Inschrift wurde nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich von den Nationalsozialisten zum „Führergeburtstag“ 1939 zu „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ erweitert. Nach 1945 wurde sie entfernt.

Nach 1945 wurde das Gedenken um die Toten des Zweiten Weltkrieges erweitert. Der Gedenkspruch lautet: „Gefallen – vermißt – an Wunden gestorben – vertrieben – erschlagen – in Lagern verdorben – für Heimat und Volk – weil sie Deutsche waren – so haben ihr Leben vieltausend gegeben“. Von 1989 bis 1990 und von 2001 bis 2002 wurde der Turm restauriert.

Bedeutung

Für die Deutsche Burschenschaft „stellt sich heute der Turm als Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege dar, als Museum burschenschaftlicher Geschichte und burschenschaftlichen Gedankengutes und als Erinnerungsstätte daran, dass es über Grenzen und die Einzelstaatlichkeit hinaus ein geistiges Band gibt, welches den gesamten deutschen Volks- und Kulturraum umfaßt.“[1]

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bezeichnet den Turm als „steinerne Anschlusspropaganda“ und damit als „permanenten Verstoß gegen den Staatsvertrag“, der Österreich verpflichte, großdeutsche Propaganda zu unterbinden. Er diene „dem völkischen (deutschnationalen bis rechtsextremen) Milieu bis heute als Wallfahrtsstätte und Ort großdeutscher Propaganda“.[2]

Literatur

  • Günter Cerwinka, Peter Kaupp, Harald Lönnecker, Klaus Oldenhage (Hrsg.): 200 Jahre burschenschaftliche Geschichte: Von Friedrich Ludwig Jahn zum Linzer Burschenschafterturm. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2008. ISBN 3825355071
  • Hans-Peter Weingand: “Wie wir hören, ist der Führer höchst beglückt über dieses Denkmal…”. Neue Aspekte zur Geschichte des Linzer “Burschenschafterturms”, in: Acta Studentica 45, Folge 190, Dezember 2014, S. 3–12.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Deutsche Burschenschaft: Der Burschenschafterturm in Linz an der Donau, 6. Dezember 2004
  2. DÖW: Gegen völkische Feierstunde für „Anschlussdenkmal“, 27. September 2007
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