Karl M. Sibelius


Aus LinzWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Sibelus-20jahre hosilinz 3c.jpg
Sibelius singt zu Saxophonbegleitung beim Fest „20 Jahre HOSI Linz“ am 15. März 2003

Karl M. Sibelius (* 18. Juli 1969 in Bregenz) ist ein österreichischer Schauspieler, Sänger, Regisseur und Friedensforscher. Von der Spielzeit 2012/2013 bis 2015 war Sibelius Intendant am Theater an der Rott im niederbayrischen Eggenfelden[1], anschließend von August 2015 bis November 2016 war er Generalintendant mit künstlerischer, kaufmännischer und personeller Gesamtverantwortung am Theater Trier.

Ausbildung

Der in Kärnten aufgewachsene Künstler besuchte dort das Musikgymnasium und studierte anschließend Schauspiel und Gesang in Wien und Berlin.

Künstler

Landestheater Linz

1992 bis 2012 war er fest am Landestheater Linz engagiert und in verschiedenen Sparten präsent. Er trat sowohl in klassischen Schauspielrollen (Hamlet, Tellheim in Minna von Barnhelm) auf, in Johann Nestroys Höllenangst als „Wendelin“, aber auch in Musicals und Operetten (unter anderem als „Frankn'Furter“ in The Rocky Horror Show) und in Opern auf.[2] Daneben gab er erfolgreich Liederabende („Ich find Schlager toll“, „Schiff der Träume“, „Struwwelpeter“). Die von ihm geschaffene Kunstfigur „Rose“ gilt als Kult. Seine Inszenierungen, dazu zählten die Linzer Produktionen Männer, Großherzogin von Gerolstein, La Cage aux Folles, gehörten zu den bestbesuchten Stücken am Landestheater. Weiter war in seiner Regie und Übersetzung Stephen Sondheims Musical Thriller Sweeney Todd am Landestheater zu sehen. In Der gute Mensch von Sezuan war er in der Inszenierung von Ong Keng Sen als Shen Te/Shui Ta zu sehen. Er inszenierte die österreichische Erstaufführung von Song and Dance im Posthof Linz, brachte Matchgirl Opera zur Uraufführung und war Regisseur der Kinderoper Das Traumfresserchen.

Außerhalb von Linz

Zwischendurch gastierte er immer wieder auf Bühnen in Wien (Serapionstheater, Schauspielhaus, Theater in der Josefstadt) und Deutschland (Münchner Volkstheater, Staatstheater Kassel, Bonn, Augsburg, Stadttheater Konstanz). Im Juli 2007 gab Sibelius in Klosterneuburg mit Beethovens Fidelio sein Debüt als Opernregisseur. In Linz stand er in der Spielzeit 2007/08 als „Adam Schaf“ in Georg Kreislers biografischen Liederabend und als Oberkellner „Leopold“ in der Operette Im weißen Rößl, im Juni und Juli 2008 bei den Bad Leonfeldner Sommerfestspielen im Musical Cabaret neben Maresa Hörbiger als Conferencier unter der Intendanz von Thomas Kerbl auf der Bühne. Überregional bekannt wurde er durch seinen Sieg in einer Sendung der ORF-Talentshow Die große Chance.

Theater an der Rott

2012 wechselte Sibelius als Intendant an das Theater an der Rott in Eggenfelden und gestaltete hier 2012/2013 seine erste Spielzeit. Seine künstlerischen und wirtschaftlichen Umstrukturierungsmaßnahmen wurden überregional aufmerksam verfolgt. Mit Ende der Spielzeit 2014/2015 beendete er seine Tätigkeit am Theater an der Rott vorzeitig. Das Defizit 2015 des Theaters wurde Mitte des Jahres auf 1,151 Millionen Euro prognostiziert.

Theater Trier

Sibelius wurde im August 2015 zum Generalintendanten des Theaters Trier. 2016 kam Kritik an der Führung des Theaters durch Sibelius auf. Seine fristlose Kündigung des Schauspieldirektors Ulf Frötzschner wurde nach Protesten des Schauspielensembles und der Regisseure und einer Verhandlung vor dem Bühnenschiedsgericht von der Stadt rückgängig gemacht.

Im Laufe des Jahres 2016 wurde bekannt, dass der Etat des Theaters erheblich überzogen wurde. In einer Sitzung am 17. November 2016 entschied der Trierer Stadtrat, den Vertrag mit Sibelius zum Monatsende aufzulösen. Als Gründe wurden von Oberbürgermeister Wolfram Leibe unter anderem ein „dramatisches Fehlmanagement“ und ein Defizit von über 3 Millionen Euro seit Amtsantritt von Karl M. Sibelius genannt.

Engagement außerhalb des Theaters

Sibelius war im Stadtkulturbeirat Linz tätig und engagiert sich für die Aids-Hilfe Oberösterreich. In der Tageszeitung Österreich erschien zwei Jahre lang immer montags seine Kolumne „Alltag Kultur“. An der Anton Brucker Privatuniversität ist Sibelius als Dozent an der „Opernschule“ tätig. Karl M. Sibelius ist außerdem akademischer Kulturmanager. Für Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas moderierte Sibelius die Eröffnungsfeierlichkeiten.

Familie

Zusammen mit seinem Lebensgefährten, dem Wirtschaftswissenschaftler, Universitätsdozenten und HOSI-Aktivisten Rainer Bartel, zieht er seit 2005 seine Adoptivtochter Ella groß und seit Jänner 2010 ein weiteres Pflegekind, Jakob.

Veröffentlichungen

  • 1995: Wenn ich mir was wünschen dürfte (Marlene Dietrich-Lieder)
  • 2002: Männer
  • 2007: Struwwelpeter

Auszeichnungen

  • 2005 bis 2007 war Sibelius für den Gay And Lesbian Award (G.A.L.A.) der HOSI Linz nominiert.
  • 2007 Nach der Benefizgala „Let´s POP!!!“ im Jahre 2007 zugunsten von HOSI Linz erhielt Sibelius gemeinsam mit der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer das Ehrenkreuz „Fidei et Merito“ („Der Treue und dem Verdienste“) verliehen.
  • 2007 Ehrenzeichen der HOSI Linz
  • 2012 Kulturmedaille des Landes Oberösterreich [3]

Literatur

  • Sabine Jackl: Freigeist mit Familiensinn. In: dahoam – Das Magazin für Wirtschaft und Lebenskultur in Niederbayern. Ktober 2012, S. 40f.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Theater an der Rott
  2. Landestheater Linz
  3. Kulturmedaille für Karl M. Sibelius, in: Webpräsenz des Wochenblattes
Wikipedialogo125x125.png
Dieses Dokument entstammt ursprünglich aus der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Karl_M._Sibelius, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste. Wie im LinzWiki stehen alle Texte der Wikipedia unter der CC-BY-SA-Lizenz.