Chemie Linz


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Flaggen der heutigen Chemie-Unternehmen beim Borealis-Hochhaus (2017)

Die Chemie Linz, auch bekannt als Österreichische Stickstoffwerke, ist ein ehemaliges Chemieunternehmen im Chemiepark Linz. Größtes direktes Nachfolgeunternehmen ist die heutige Borealis Agrolinz Melamine; im Chemiepark sind darüber hinaus heute weitere Nachfolgeunternehmen (etwa Nycomed oder DSM) sowie neu angesiedelte Chemieunternehmen tätig.

Geschichte

Die „Stickstoffwerke Ostmark AG“ wurden am 5. Juli 1939 gegründet. Nachdem am 5. Mai 1945 die Produktion eingestellt wurde, nannte sich die Firma am 6. April 1946 in "Österreichische Stickstoffwerke AG" um und wurde am 26. Juli 1946 durch die Republik Österreich übernommen (Verstaatlichungsgesetz).

1973 erfolgte die Umbenennung in "Chemie Linz AG", ein Jahr später wurde mit dem Bau eines zweiten Großwerkes in Enns begonnen.

In den späten 1980er Jahren lagerte das Unternehmen wegen seiner schlechten Ergebnis- und Finanzlage Unternehmensbereiche als Tochtergesellschaften aus (Chemie Linz, Agrolinz, CL Pharma), als Klammer wird die Chemie Holding AG gebildet.

1990 verkauft Austrian Industries AG die Chemie Holding an die ÖMV AG, die Chemie Holding erwirbt in Italien das Melamin Unternehmen Ausind S.p.A., das bis 1994 unter Chemie Linz Italia (Castellanza) S.r.l. firmiert (heute: Agrolinz Melamin Italia S.r.l.). Der norwegische Konzern Hafslund Nycomed übernimmt 55% der CL Pharma AG (1991 100 %)

1991 wird die Chemie Holding AG in eine GmbH. umgewandelt und fusioniert mit der Chemie Linz Ges.m.b.H.; "Agrolinz Agrarchemikalien Ges.m. b. H." ist somit hundertprozentige Tochter der Chemie Linz Ges.m.b.H., die als Leitgesellschaft des Leistungsbereichs Chemie der ÖMV AG fungiert.

1993 Agrolinz Agrarchemikalien Ges. m. b. H. wird mit der Chemie Linz Ges.m.b.H. als aufnehmende Gesellschaft verschmolzen.

1994 Die Chemie Linz wird in Agrolinz Melamin GmbH umbenannt, nachdem der Teilbetrieb "Feinchemikalien" in die Chemie Linz GmbH ausgegliedert wurde.

1996 Kauf der Chemie Linz GmbH (vormals Teilbereich Feinchemikalien) durch den holländischen Konzern DSM N.V., Umbenennung in DSM Chemie Linz GmbH bzw. in DSM Fine Chemicals (1999).

2003 Die Agrolinz Melamin GmbH wird in AMI Agrolinz Melamine International GmbH umbenannt und erhält einen neuen Marktauftritt.

2005 Die OMV verkauft 50 % ihrer Anteile an die IPIC, die selbst mit 17,6 % an der OMV beteiligt ist.

2006 Verkaufsgerüchte treten auf, OMV soll angeblich ihre 50 % an die Firma Borealis verkaufen.

Bei einer schweren Explosion im Bereich der Ammoniakanlage kamen zwei Menschen ums Leben und ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt.

2007 Ab 1. Januar 2007 wurde der Vorstand der Firma um ein drittes Mitglied erweitert.

Die Verkaufsgerüchte verdichten sich. Die OMV und die IPIC wollen ihre jeweils 50 % Anteile an die Firma Borealis verkaufen. (Die Firma IPIC besitzt 65 % und die Firma OMV 35 % an der Borealis)

Am 14. Februar kam es gegen 13:30 Uhr in der NPK (ODDA) Anlage zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung.

Am 2. März wurde bekannt gegeben, dass die Melaminproduktion in Castellanza (Italien) geschlossen wird.

Am 3. April wurde bekannt gegeben, dass der Vorstandsvorsitzende Joachim Grill aus dem Unternehmen ausscheidet. Hubert Puchner wird interimistisch als Sprecher der Geschäftsführung fungieren.

Am 18. Juni wurde von Vertretern der AMI im Wiener Rathaus im Beisein von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer der Schweighofer Innovationspreis (Dotierung: 25.000 Euro) für Holzprodukte für das Gemeinschaftsprojekt der AMI mit dem Kompetenzzentrum Holz GmbH (Wood Kplus)/Österreich für "Hiperwood - Extrudierbarer Holz-Duroplast-Verbundwerkstoff auf Melaminbasis" entgegen genommen.

Nachfolgeunternehmen

Der größte Teil der Chemie Linz ging in der heutigen Borealis Agrolinz Melamine auf. Der Bereich "Feinchemikalien" wurde vom niederländischen Konzern DSM übernommen und ist firmiert heute unter DSM Fine Chemicals. Der Pharma-Bereich wurde von Nycomed übernommen.

Weblinks

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