Time's Up


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Time's Up ist eine Künstlergruppe wie auch ein "Laboratorium für experimentelle Situationen" (Eigendefinition), gegründet 1996 in Linz an der Donau. Time's Up erarbeitet unterschiedlichste Rauminstallationen, die sich teils der interaktiven und teils der mechanischen Kunst zuordnen lassen. Ältere Arbeiten der Gruppe beziehen sich vor allem auf Fragen, Aspekte und Wechselwirkungen von menschlicher Wahrnehmung, Kontrolle und Biomechanik. Die jüngeren Arbeiten der Gruppe zeichnen sich durch einen ausgeprägten erzählerischen Charakter aus. Eine entsprechend große Rolle spielen in ihren aktuellen narrativen Inszenierungen und Installationen daher fiktive bzw. semi-fiktive Charaktere, Geschichten und die Gestaltung des Environments. Das Oeuvre von Time's Up ist bislang in Europa, den Vereinigten Staaten, Afrika, Asien und Australien präsentiert worden.

Arbeiten

Unter dem Titel 'Hyperfitness Studio' (1997-2004)[1][2] versammelt Time's Up eine Vielzahl selbstgebauter Medienmaschinen/Interfaces, die dem Publikum als Fitnessgeräte und Konsolen in einem verschiedene parallele Körper- und Virtual-Reality-Erfahrungen ermöglichen. Internationale Anerkennung wird dem Kollektiv für die künstlerische wie technologische Leistung bei der Konzeption und Konstruktion des kugelförmigen 3-D-Projektionsraum 'SPIN' (2000-2006)[3] zuteil, den Time's Up erstmals beim Ars Electronica Festival 2000 präsentiert[4][5]. Als dritte und letzte Großrauminstallation schließt 'Sensory Circus' (2002-2006)[6] die spielerische Auseinandersetzung mit körpergesteuerten Interfaces ab.

Ab 2007 beschäftigt sich die Gruppe intensiv mit Physical Narration[7] [8] – dem Erzählen von Geschichten in multimedialen Umgebungen. Besondere Bedeutung kommt im Werk von Time's Up der komplexen Großerzählung 'TwixtVille' zu, die für das Programm der Europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009 akribisch vorbereitet, aber mangels adäquatem Veranstaltungsort nicht umgesetzt wird. Die in der Entwicklungsarbeit gewonnenen Erfahrungen kommen jedoch den zahlreichen begehbaren Erzählungen/Physical Narrations der folgenden Jahre zugute. Als erstes dem mit den Mitteln des Film Noir inszenierten Beziehungsdrama 'Domestic Bliss'/'Häusliches Glück'[9], das Time's Up als kleine Alternative zu TwixtVille auf den Spielplan der Europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009 und in Kooperation mit dem australischen Künstler Alex Davies in einer Linzer Wohnung in Szene setzt.

Daran schließt eine ganze Reihe weiterer Physical Narrations an: '20 Seconds into the Future' (2010), 'Stored in a Bank Vault' (2011), 'Unattended Luggage' (2012), 'Lucid Peninsula' (2013), 'Tales of Resilience' (2014), 'Mind the Map' (2015) und 'Turnton' (2016). Die Präsentation einer Weiterentwicklung von 'Turnton' ist für September 2017 terminisiert, wenn Time's Up als Featured Artist des Ars Electronica Festival 2017 im Lentos Kunstmuseum Linz ausstellt.

Seit 1998 beteiligt sich Time's Up regelmäßig an transnationalen Kollaborationsprojekten auf europäischer Ebene. Zwei dieser Projekte initiiert und leitet das Kollektiv aus Linz selbst: PARN (2010) und Future Fabulators (2013) zusammen mit Lighhouse und Blast Theory aus Brighton, AltArt aus Cluj, FoaM und dem M-ITI

Kollaborationen

Nicht nur in transnationalen Konstellationen mit befreundeten Gruppen und Organisationen haben Kooperation und Kollaboration traditionell einen hohen Stellenwert in der Arbeitspraxis von Time's Up. Auch mit einzelnen KünstlerInnen sucht Time's Up die Zusammenarbeit. Zu den PartnerInnen und MitgestalterInnen zählen unter anderem Negativland, Staalplaat, Amorphic Robot Works, Matt Heckert, Nuoc Mam Dirndln, Amanda McDonald Crowley, Mara Dionisio, Bronwynn Mertz-Penzinger, Tanja Lattner, Ushi Reiter, David Moises, Marta Peirano, Alex Davies, Andreas Strauss, Julianne Pierce, Leo Schatzl, John Duncan, Astrid Benzer, Natalia Borissova, Monique Alvarez, Silke Müller, brainsalt und Alex Barth um nur einige zu nennen.

Workshops/Symposien/Vorträge

Workshops, Symposien & Vorträge dienen in der Arbeit von Time's Up dazu, sich im Austausch und in Gemeinschaft mit anderen künstlerisches, akademisches, dramaturgisches, technisches und anderes Wissen anzueignen bzw. solches zu teilen und weiterzuentwickeln. Häufig sind die Schauplätze und Partner dabei universitärer Natur. Auf dem Gebiet der Kunst und Kulturarbeit nutzt Time's Up experimentelle Szenariotechniken für die spielerische Entwicklung von narrativen Zukunftswelten.

Publikationen

Die Publikationsliste von Time's Up verzeichnet über eine kontinuierlich versendete Postkarte hinaus mehrere Bücher und Soundproduktionen: Closing the Loop (1998), Hypercompetitive Muzak for the Amateur-CD (1999), Obsolete-CD (1999), Anchortonic - 5.1 Audio-DVD (2002)[10], PARN (2013), On Turtles & Dragons (2012) sowie Futurish (2014). Im Jahr 2017 erscheint ein Buch zum 20-jährigen Jubiläum der Gruppe bei Revolver Publishing.

Kontakt

Time's Up
Industriezeile 33b
4020 Linz
Telefon: +43 732 787804
E-Mail: info (at) timesup.org

Weblinks

Referenzen

  1. Arnd Wesemann, "Die Zeit ist um", Frankfurter Rundschau 18.09.1997
  2. Gerfried Stocker und Christine Schöpf, "FleshFactor: Informationsmaschine Mensch", Springer Wien, 1997.
  3. Gerfried Stocker und Christine Schöpf, "Next Sex: Sex im Zeitalter seiner reproduktionstechnischen Überflüssigkeit" Springer Vienna,2000.
  4. Weibel, Peter and Shaw, Jeffrey, "Future Cinema", MIT Press 2003.
  5. Ben Delaney, "Walking through a Virtual World" in Real Time Graphics Vol 9 No. 4, Oct/Nov 2000
  6. Luca Barbeni, "Un laboratorio de situaciones experimentales / A laboratory for esperimental situation", in Aminima 11, pp 112-117, 2005
  7. Project Page: Physical Narration
  8. Physical Narration: Physical Narration – WIKI
  9. Alex Davies: Domestic Bliss
  10. Discogs: Anchortronic: 5.1 Laboratory For Updating Experimental